Mit dem WÄLDERHAUS realisierte die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), Landes­verband Hamburg e.V., ein völlig neuartiges Multifunktionsgebäude.

Architektur-Philosophie

Das WÄLDERHAUS in Hamburg Wilhelmsburg ist ein Exzellenzprojekt der Internationalen Bauausstellung (IBA) Hamburg 2013 und architektonisch-konzeptionell ein neues, weltweit einzigartiges Multifunktionsgebäude. Lassen sich überraschen: Mit einer Holzfassade aus Lärchenholz setzt es einen optischen Akzent. Die Grundidee wird klar und deutlich transportiert: Das Thema „Wald und Holz“ zieht sich nicht nur durch das Innere des WÄLDERHAUSES, sondern durch seine sämtlichen Bereiche.
Der hohe Nachhaltigkeitsgrad des WÄLDERHAUSES wird durch die Gebäudekonstruktion, die technische Gebäudeausrüstung und die bewusst-umweltgerechte Bewirtschaftung erzielt. Dazu gehören ein hoher Ausnutzungsgrad natürlicher Energiequellen, die Optimierung der Energieflüsse und eine CO2-reduzierte Energieversorgung.

Bandschutz
Hinsichtlich des Brandschutzes wurde Neuland betreten. Es handelt sich um das erste Gebäude der bauordnungsrechtlichen Gebäudeklasse 5, also höher als 13 Meter, das in tragender Massivholzbauweise errichtet wurde. Ganz im Sinne der IBA, innovatives Bauen zu fördern, kamen hier noch vor offizieller Einführung die neuen europäischen Bemessungsregeln (Eurocodes) zum Einsatz. Diese eröffnen durch entsprechende Nachweismethoden bezüglich des Brandschutzes über Abbrand die Möglichkeit, entsprechende Tragkonstruktionen mit einer Feuerwiderstandsdauer über 90 Minuten auszuführen, wie es für ein derartiges Gebäude erforderlich ist.
Durch das schutzzielorientierte, leistungsfähige Brandschutzkonzept konnte auf wesentliche gestalterische Wünsche der Architekten eingegangen werden, wie etwa im Hotelbereich auf die Sichtholzflächen in den Zimmern und Fluren sowie auf die Lärchenholz-Fassade.

Regenerative Energien

Die Messlatte für die Nachhaltigkeitsziele lag bei den Architekten und Designern extrem hoch: So sollte ein effizienter Ausnutzungsgrad natürlicher Energiequellen und eine Optimierung der im Gebäude anzutreffenden Energieflüsse erreicht, zudem eine CO2-reduzierte Energieversorgung gewährleistet werden. Geothermie leistet einen wichtigen Beitrag für die umweltfreundliche Wärmeversorgung. Insgesamt wurden 128 Bohrpfähle im Erdreich verankert, davon 94 Energiepfähle, kombiniert mit einer Wärmepumpe für die Niedertemperatursysteme (Heizung und Warmwasser). Zudem wurden thermisch aktivierte Bauteilsysteme (Böden) in den ersten beiden Geschossen integriert.
Die Grundwärmeversorgung für die Deckung des Heizwärmebedarfs und Brauchwarmwassers wird über einen Anschluss an die Nahwärmeversorgung (Hamburg Energie), ein Biomethan-betriebenes Blockheizkraftwerk, garantiert. Der (angestrebte) Primärenergiebedarf liegt somit 50 Prozent unter der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2009, der Transmissionswärmeverlust 30 Prozent unter EnEV 2009. Die Bauteile der oberen drei Hotelgeschosse würden isoliert betrachtet Passivhausstandard erreichen. Umweltschonend sind Lüftung (mechanische, individuell geregelte Grundlüftung mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung) und Stromerzeugung (Photovoltaik). Die Gründachkonstruktion dient zur Zurückhaltung und Nutzung des Regenwassers (Kühlung und passive Bewässerung) und der Verbesserung des Mikroklimas.

Gebaeude